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JOS RINCK & DIE TONKÜNSTLER - Crossover

            - eine der verrücktesten Bands der Welt. Wer sonst würde wohl auf die Idee kommen, Sufimusik mit „Everybody must get stoned“ von Bob Dylan zu kombinieren, das Ganze unterlegt mit einem Prelude von Sergej Rachmaninoff um dann mitten im Stück das Ende der Welt zu verkünden? Die 7. Sonate für Klavier von Sergej Prokofieff original gespielt und trotzdem „funky“, kein Problem für die vier Musiker. Oder ein Liebeslied hinreißend bluesig gesungen, jedoch der Text ist dem Tractatus logico philosophicus von Ludwig Wittgenstein entnommen. Passt nicht zusammen? Klingt elitär? Publikum und Presse meinen das Gegenteil (siehe Pressekritiken).
Bekannte Musikstücke, Formen und Texte werden, oft assoziativ, zusammen gesetzt und bekommen dadurch neue Bedeutung.

Das Programm folgt den Regeln der „Erweiterten Interpretation“ wie Jos Rinck die Art zu Spielen nennt, die voraussetzt, dass mindesten zwei verschiedene musikalische Faktoren zusammen kommen um etwas Neues zu schaffen. J. S. Bach, Stones, Brahms, Freejazz, gefühlige Balladen, virtuoses Kreuzen der musikalischen Mittel, gepaart mit einem großen Schuss künstlerischem Humor garantieren einen Konzertabend der EXTRA KLASSE.

Wie fragte die Frankfurter Rundschau nach einem Konzert der vier Musiker in der Alten Oper Frankfurt:
Wo kann man so etwas lernen?

Hinauf mit der U-Musik

Manchmal verstecken die Tonkünstler etwas oder jemanden. Zum Beispiel Prokofjew hinter einer Klavier-Improvisation. Zum Beispiel Johannes Brahms in einem Song von Bob Dylan. Zum Beispiel André Jolivet hinter einem beziehungsreichen Flöten-Solo. Oder Ludwig Wittgenstein hinter einer lakonischen, aber komplexen Beziehungskiste. Jedes dieser Versteckspiele ergibt Sinn, oft in mehrere Richtungen, und jedes Mal bekommt der Name der Gruppe eine neue Nuance.
Die elf Stücke der CD sind allesamt Einzelstücke, in denen sich bestimmte wiederkehrende Komponenten zu je neuen Klangbildern zusammensetzen. Da ist der ausdrucksreiche Gesang und das harmonisch und agogisch überaus moderne Klavierspiel von Petra Woisetschläger, die vielseitige und gern ethnisch eingefärbte, virtuose Perkussionsarbeit von Willi Kappich, der reine Schön- und Vollklang im Bass von Stephan Schmolck (und, nebenbei, dessen fulminante Blendwerk-Samba), das vollendete, von einem großen E angestrahlte Flötenspiel von Bandleader Jos Rinck. 
Es ist ein schwieriger Grenzgang, den sich die Tonkünstler vornehmen: unterhaltende Musik zu machen, ohne das Niveau der so genannten ernsten zu unterbieten. So etwas gibt es nur ganz selten: Gute Musiker müssen sich zu U-Musik in der Regel herablassen. Die Tonkünstler tun das Umgekehrte, sie werten den Gedanken der unterhaltenden Tonkunst auf.
Da die Band aus vier überaus bemerkenswerten und vielseitigen Musikern besteht, gibt es eine nicht genau absehbare, aber sehr hohe Zahl von verschiedenen Arten Musik zu machen; einen leicht wiedererkennbaren Gruppenstil hingegen gibt es nicht. Jedenfalls nicht auf der CD. Live schon. Denn bei den Auftritten wird deutlich, dass die Polystilistik des Quartetts dem Prinzip entspricht, dass alle vier ihr Bestes tun. Was auf der CD als ein souverän undogmatischer Zugang zur Musik und zur Liedform erscheint, ist auf der Bühne eine vierfache atemberaubende Präsenz. Hoffentlich bekommt man sie bald mal wieder live zu hören. Bis dahin ist die CD ein vorzüglicher, aber eben doch Ersatz.

H.L. Frankfurter Rundschau

PRESSE

Jos Rinck, klassischer Flötist; Studium bei Aurel Nicolet und an der Akademie der Berliner Philharmoniker, fünf Jahre erster Soloflötist bei der Nordwestdeutschen Philharmonie, 13 Jahre Flötist, Sänger, Pianist, Komponist und Texter beim "Frankfurter Kurorchester", vier musikalisch-kabarettistische Soloprogramme, Meisterkurse, vier CDs, ca. 1000 Auftritte im In- und Ausland, TV und Hörfunk. 1997 Gründer von "Jos Rinck & die Tonkünstler".


Petra Woisetschläger, Konzertpianistin; vom klassischen Liederabend über Kammermusik beim Schleswig-Holstein-Musikfestoval bis hin zu Kompositionen für Musiktheater erstreckt sich ihr breit gefächertes Repertoire. Engagements an der Frankfurter Kammeroper, als Pianistin und Darstellerin, Tourneen mit verschiedenen Musiktheaterprojekten im In- und Ausland, Soloauftritte u.a. in Düsseldorf (Schumannsaal), Berlin und Frankfurt/Main (Alte Oper). 


Stephan Schmolck, studierte Violine und Kontrabass an der Hochschule für Musik in Frankfurt, Konzertreisen und Festivalauftritte u.a. mit Heinz Sauer, Christoph Lauer, Art Farmer, Jürgen Wuchner. Kompositionsauftrag für das 25. Deutsche Jazzfestival in Frankfurt. Gründungsmitglied der "Frankfurter Jazz-Big-Band".


Willi Kappich - Drums, Tablas, Cajon, Percussion

An der Musikhochschule Frankfurt a.M. studierte er Schlagzeug mit Schwerpunkt „Neue Musik“. Es folgte ein 10-jähriges Studium der Tablas bei Trilok Gurtu, dem internationalen Top-Percussionisten. Aber auch seine Kenntnisse der brasilianischen, der kubanischen und der afrikanischen Musik baute er weiter aus, mit dem Ziel deren Stilelemente mit den altbekannten europäischen Klängen zu verbinden und neue Wege in der Musik zu beschreiten. Heute ist Willi Kappich einer der wenigen europäischen Musiker, die solche profunden Kenntnissen und Fähigkeiten, insbesondere auf dem Gebiet der indischen Musik, vorweisen können. Das enorme Klangspektrum der unterschiedlichen Instrumente und sein umfangreiches Wissen bringt er kreativ in verschiedenen Bands ein. Dabei zeigt er eine außerordentliche Sensibilität im Zusammenspiel mit Musikern verschiedener musikalischer und kultureller Herkunft. Sein feines Gespür für Klangfusionen bereicherte u. a. die Auftritte von Orexis, dem Frankfurter Kurorchester, Heinz Sauer, Lewis Porter und Bob Degen. Er spielte in Flamenco-Gruppen, mit afrikanischen, arabischen, türkischen und mit Jazzmusikern auf internationalen Festivals . Tourneen führten ihn nach Südostasien, China, New York und in die Türkei.

Zahlreiche Rundfunk-, TV-Mitschnitte und CDs.

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